Bilk feiert Schützenfest und Kirmes

Schon Wochen vor dem ersten Fassanstich war im ganzen Stadtteil zu spüren, dass das Schützenfest und die Bilker Kirmes in diesem Jahr etwas Besonderes werden. Plakate und Banner hingen überall, und wer durch Bilk lief, kam kaum daran vorbei. Auch online, in Presse, Funk und Fernsehen war Bilk nicht zu übersehen: Fotos, kurze Videos und Berichtetauchten auf allen Kanälen auf. Die Vorfreude war also schon ordentlich angeheizt und wohl fast jeder in Düsseldorf hat gesehen, dass Bilk Schützenfest feiert.

Als die Kirmes am Aachener Platz öffnete, zeigte der Schaustellerverband, dass er seine Premiere ernst nimmt. Der Platz war voll, und so viele große Fahrgeschäfte hatte man in Bilk lange nicht gesehen. Am Riesenrad wurde die Kirmes offiziell eröffnet, mit kurzen Worten von Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Oliver Wilmering und Uli Müller. Die Hitze war allerdings von Anfang an ein treuer Begleiter. Schon am Freitag war es so warm, dass man eher Schatten als Altbier suchte. Leider war der Kirmesplatz, trotz Happy Hour, nicht so belebt, wie wir es uns alle gehofft und gewünscht hatten. Der kurze aber heftige Gewitterregen am frühen Abend sorgte dann nicht nur für etwas Abkühlung. 

Parallel zur Kirmes startete das Schützenfest. Das Regimentskönigspaar Jan Kasparek und Laura Breuer sowie das Regimentsjungschützenkönigspaar Leon Halvar und Cheyenne Lang hatten schon bei der Kirmeseröffnung ihren Spaß. Im Festzelt folgte die Jubiläumsausgabe von Bilk LIVE. DJ René aus Berlin und Marc Koch sorgten für einen Abend mit Musik aus den 80ern und 90ern, die jeder kennt, und einem Zelt, das bis spät gut gefüllt war. 

Der Samstag brachte die Hitze dann voll durch. Schon am Vormittag war klar, dass der Festzug kein leichter werden würde. Der Gottesdienst in St. Antonius bot kurz Abkühlungund im Festzug gab es Marscherleichterung. Trotzdem warjeder Meter Schatten sehr willkommen. Im Zelt folgte der Fassanstich mit Bürgermeister Josef Hinkel, begleitet von Tambourcorps St. Martin, Blaskapelle Gerresheim und dem Fanfarencorps Freischütz Bilk. Am Nachmittag standen die Wettbewerbe der Jungschützen, Schüler und Pagen an, bevor am Abend die Ehrungen folgten.

Geehrt wurden für 60 Jahre Lothar Armbruster, Siegfried Schulz und Hans‑Joachim Thelen. Für 65 Jahre Klaus‑Dieter Schönenberg. Für 70 Jahre Dieter Königs und Wilfried Pussar. Besonders bewegt aufgenommen wurden zwei Auszeichnungen: Siegfried Schulz wurde zum Ehrenmitglied des Vorstandes ernannt. Eine Anerkennung für seinen jahrelangen, verlässlichen Einsatz. Ralf Gendrung erhielt das Silberne Ehrenkreuz des DSB für sein langjähriges, engagiertes Wirken. Auch er gehört zu den Menschen, auf die man sich blind verlassen kann. 

Die Jungschützen hatten als „Warm‑up“ vor dem WM‑Spiel wieder ein eigenes Programm vorbereitet, das sie wochenlang einstudiert hatten. Die aufwändige Nummer kam großartig an, wurde mit tosendem Applaus gefeiert und zeigte, wie viel Mühe darin steckte. Beim späteren Public‑Viewing saßen und standen alle vor der Leinwand, fieberten gemeinsam mit und feierten jeden Höhepunkt ausgelassen.

Der Sonntag begann schon zeitig und bei wieder einmal sehr heißen Temperaturen. Schützen, Nachbarn und Freunde trafen sich rund um die Kirche. Die Show‑ und Marchingband Gendt eröffnete mit einem modernen und stimmungsvollen Platzkonzert. Die Serenade, zu der alle Musikzüge gemeinsam um den neuen St. Martins-Platz aufmarschieren und ihre Märsche spielen, ist der eigentliche Höhepunkt des Tages. Danach zog ein wegen der Hitze verkürzter Festzug über die Bilker Allee, gefolgt von der Parade auf der Benzenbergstraße, die von zahlreichen Ehrengästen begleitet wurde. Nach dem Biwak setzte sich der Festzug zum Zelt in Bewegung. Regimentskönigspaar Jan Kasparek und Laura Breuer sowie das Regimentsjungschützenkönigspaar Leon Halvar und Cheyenne Lang fuhren dabei in festlich geschmückten Cabrios, was dem Zug noch einmal einen besonderen Glanz verlieh. Beide Königspaare genossen die Fahrt sichtlich. Auf Kutschen und Pferde hatte das Regiment aufgrund der Temperaturen verzichtet. Am Hochstand wurde der neue Jungschützenkönig ermittelt und am Abend gehörte die Bühne der Jugend. Beim Jugendabend wurde ausgelassen gefeiert und zum Schluss wurde der neue Jungschützenkönig Fabian Schäfer proklamiert.

Der Montag stand im Zeichen der Familien und Senioren. Trotz der Hitze kamen viele aus den Bilker Einrichtungen, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Tambourcorps St. Martin, Fanfarencorps Freischütz, die Bilker Heimatfreunde und LuKI, die gemeinsam mit dem Schützenbataillon auftrat, sorgten für Musik, Heinz Hülshoff brachte mit seinen Liedern Stimmung ins Zelt, und parallel begann das Schießen. Am Abend zogen die ehemaligen Regimentskönigspaare ein. Tim Wiatrowski stellte sie vor und überraschte mit einer Gesangseinlage. Cruise Control begann im Programm. Die Werstener Music Company legte später nach und heizte dem Zelt ordentlich ein. Nach Einbruch der Dunkelheit setzte dann ein großes Brillant‑Höhen‑Feuerwerk den Schlusspunkt.

Der Dienstag gehörte dem Schießen auf die restlichen Vögel. Nachdem Pfand um Pfand gefallen war, ging es an die Königsplatte. Mit dem 67. Schuss sicherte sich Christian Hecker vom Regiments‑Tambourcorps St. Martin Düsseldorf‑Bilk die Platte. Der Jubel des Tambourcorps kannte, da nun beide Könige aus ihren Reihen kommen, keine Grenzen. Gemeinsam mit Patricia Kunkel bildet er nun das neue Regimentskönigspaar. 

Im Zelt gehörte der Abend den Bataillons‑ und Kompaniekönigspaaren, die zu Beginn vorgestellt und auf den Thron geleitet wurden. Im Anschluss folgten die Ehrungen: die Pfandschützen des Königsvogels, der Bürgervogel (unterstützt von der Volksbank Düsseldorf‑Neuss), dessenRumpf als höchstes Pfand Toni Feldhoff errungen hat, der Goldpokal an Thomas Grohs und der Begleiterpokal anMartina Metzger. Anschließend wurde das neue Regimentskönigspaar offiziell proklamiert; zusammen mit Jungschützenkönig Fabian Schäfer vertreten sie nun das Regiment. Mit einem stimmungsvollen Zapfenstreich endete das Schützenfest offiziell, doch viele blieben noch lange und feierten weiter und manche noch mit der Königskompanie in den späten Abend hinein. 

Die Festtage standen dieses Jahr unter großer Hitze, und das hat den Besuch der Bilker Kirmes leider spürbar beeinflusst. Wir hoffen natürlich, im nächsten Jahr noch mehr Besucher begrüßen zu können, denn diese Kirmes hat es verdient. Umso größer ist der Dank an alle Schützen, die trotz der Hitze immer wieder den Weg auf den Platz gefunden haben, an den Buden standen und auf den Karussells fuhren. Natürlich auch an die vielen Helfer, die an allen Tagen dort waren, wo jemand gebraucht wurde. Dieses sichtbare „Wir sind da“ hat das Schützenfest zu dem gemacht, was es war und dafür gesorgt, dass es trotz allem ein schönes, gemeinsames Erlebnis wurde.

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