Preisträgerin Marlies Smeets

Marlies Smeets

Pressekonferenz am 6. September 2012 zur Vorstellung der Preisträgerin der Jakob Faasen Plakette 2012

Anwesend waren Peter Ingenhoven für die Kreissparkasse Düsseldorf, für den St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf Bilk e.V 1475 Hans-Dieter Caspers als erster Chef, so wie Vertreter der Düsseldorfer Jonges, der IGDS und
die letzten Preisträger Peter Justenhoven und Helmut Rattenhuber.

Ingenhoven sprach zur Begrüßung über die Anonymisierung, Vereinzelung und Vereinsamung in unserer Gesellschaft, benannte aber auch den Werteverlust in der heutigen Zeit. Auch eine moderne Gesellschaft ist auf Werte und Engagement Einzelner angewiesen, das fehlt derzeit immer mehr. Gleichzeitig verwies er auf die Ergebnisse der Zukunftsforschung: Facebook und Twitter sind demnach Vorläufer einer neuen von der Jugend gewünschten Kommunikation und eines anderen Miteinanders. Das aber liegt in der Zukunft…

„In der Zwischenzeit können wir nur versuchen unsere Grundwerte hochzuhalten soweit es geht um diese Zeit zu überbrücken“ so Ingenhoven der sich mit dem Unternehmen Kreissparkasse deutlich vom internationalen Investbanking und dubiosen Finanzgeschäften distanziert. Auch heute noch handelt man im Sinne des ehemaligen Chefs der Kreissparkasse Jakob Faasen, der als Berater für Unternehmen und Mittelstand bekannt, immer nach einer Win Situation zwischen Sparkasse und Menschen suchte. Für Faasen stand der Mensch im Mittelpunkt – nach ihm ist auch dieser Preis benannt.

Nachdem Hans-Dieter Caspers den Werdegang des Jakob Faasen als Schützenchef gewürdigt und die Vita der diesjährigen Preisträgerin Marlies Smeets vorgetragen hatte, ergriff Diese das Wort und bedankte sich für die hohe Auszeichnung. Es sei ihr immer wichtig gewesen, für die Bürger und Menschen der Stadt da zu sein, so die ehemalige Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Auch für Marlies Smeets standen die Menschen stets im Vordergrund, auch in der heutigen Zeit gibt es noch – oder auch wieder – viele Menschen und ganze Stadtteile welche die Hilfe Anderer bedürfen.

Dieses Engagement sich für Andere einzusetzen wird heute immer mehr belächelt, bemängelte die Preisträgerin. Nicht nur ihr Handeln in der Vergangenheit sondern auch das aktuelle Denken beweisen dass Marlies Smeets diese Auszeichnung zu Recht erhalten hat.

Marlies Smeets kam am 27. Februar 1936 in Düsseldorf zur Welt. Schon das Elternhaus prägte das soziale Wesen der Preisträgerin: Ihr Vater war Gewerkschafter und Ratsherr, dem das Wohl seiner Mitmenschen sehr am Herzen lag.

Für ein Abitur war in der Nachkriegszeit kein Geld. Also trat Marlies Smeets nach der Mittleren Reife eine Lehre zur Industriekauffrau bei der Rheinbahn an – und war gleichzeitig das erste Mädchen überhaupt im Unternehmen.
Langjährige Weggefährten und Mitarbeiter der Preisträgerin berichten noch heute einstimmig von Smeets’ ausgleichendem Wesen. „Ich habe mich bemüht, nie verletzend zu sein und nie Wunden zu hinterlassen“, bekannte sie in einem Interview.

Wegen ihres Gerechtigkeitsgefühls, ihres ausgeprägten Gemeinsinns, ihres gesunden und trockenen Humors, aber auch ihrer Überzeugungskraft als leidenschaftliche Düsseldorferin erhielt Marlies Smeets von Journalisten die respektvoll und anerkennend gemeinte Bezeichnung „Uns Marlies“.

Marlies Smeets ist mit Leib und Seele neben Unterrather auch Bilker Bürgerin und hat viel Gutes – gerade im Miteinander – geleistet. Ihrer Heimatstadt fühlte sie sich schon früh verpflichtet: Bereits 1969 wurde sie in den Stadtrat gewählt, 1994 wurde Marlies Smeets Düsseldorfer erste und einzige Oberbürgermeisterin. Bei der ersten Direktwahl (1999) eines hauptamtlichen Oberbürgermeisters entschieden sich die Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger für Joachim Erwin, Marlies Smeets wurde ehrenamtliche Bürgermeisterin. Zur Kommunalwahl 2004 schied Marlies Smeets auf eigenen Wunsch aus allen Ämtern aus. Der Rat der Stadt Düsseldorf ernannte sie im gleichen Jahr zur Ehrenoberbürgermeisterin.

Auch, wenn häufig ein Sprung in den Landtag lockte, besann sich die Preisträgerin immer wieder auf ihren Platz und engagierte sich für ihre Heimatstadt und für „ihren“ Stadtteil Bilk, in dem sie ja auch vor vielen Jahren ihren Wohnsitz gefunden hat. „Es macht nach wie vor Spaß, etwas für die Stadt bewegen zu können“, äußerte sie einmal in einem Interview. Besonders geschätzt wird Smeets wegen ihrer Bürgernähe, Fairness und ihres sozialen Engagements.

Der Freizeitmensch Marlies Smeets
Mit großer Leidenschaft widmet sich Marlies Smeets anderen Kulturen. Und so bereist sie möglichst viele Länder, um Land und Leute kennenzulernen und für sich zu entdecken. Marlies Smeets übernahm eine Vielzahl von Ehrenämtern, darunter auch den Vorsitz der Stiftung Pro-Sport zur Förderung des Jugend- und Juniorensports in ihrer Heimatstadt. Dank dieser Sportbegeisterung (insbesondere für Fortuna und DEG) war die Preisträgerin lange Jahre Vorsitzende des Düsseldorfer Sportausschusses.

Somit der Bogen zum St. Seb. Schützenverein Düsseldorf-Bilk 1475.
1995 ermöglichte Marlies Smeets durch ihren unermüdlichen und unbürokratischen Einsatz dem Verein die Durchführung der zweitgrößten und –bedeutendsten schießsportlichen Jahresveranstaltung des Deutschen Schützenbundes, nämlich das DSB-Pokal-Finale im Schießen mit Luftdruckwaffen. Die Sportstadt Düsseldorf hatte bis dahin erst einmal eine vergleichbare schießsportliche Veranstaltung erlebt – das 6. Deutsche Bundesschießen 1878!

Ihre Auszeichnungen:
1983: Bundesverdienstkreuz am Bande
1994: Verleihung des Jan-Wellem-Rings der Stadt Düsseldorf für 25 Jahre Mitgliedschaft im Rat der Stadt Düsseldorf
1998: Verleihung des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse

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